Rund 90 % der deutschen Steuerkanzleien arbeiten mit DATEV. Wenn Sie Ihre Buchhaltung selbst führen und die Kanzlei den Abschluss macht, entscheidet der DATEV-Export über reibungslose Zusammenarbeit oder doppelte Arbeit. Hier geht's um die Praxis.
Die drei Wege zur Kanzlei
- DATEV-Datei-Export: Programm erzeugt eine Buchungsstapel-Datei (CSV/DTVF), die die Kanzlei importiert. Am weitesten verbreitet, funktioniert bei fast allen Anbietern.
- Kanzlei-Zugang im Cloud-Programm: Die Kanzlei bekommt eigene Login-Daten und arbeitet direkt im System (sevdesk, Lexware Office). Kein Export/Import, aber Sie hängen an dem Programm.
- DATEV Unternehmen online: Die Kanzlei „besitzt" die Software, Sie buchen im Kanzlei-System. Wenn ohnehin DATEV-Kanzlei, oft der sauberste Weg.
Welches Format brauchen Sie?
DATEV akzeptiert mehrere Varianten – wichtig ist, dass Kanzlei und Programm dasselbe können:
- EXTF-Buchungsstapel (klassisch, Version 700): der Standard für Buchungen
- DTVF/CSV: einfacherer Datentransfer, oft von Cloud-Programmen erzeugt
- DATEV-Belegbilder-Service: gescannte Belege werden mit der Buchung übertragen
- XML-Schnittstellen (über Kanzlei-Zugang): modernster Weg
Fragen Sie konkret: „Kannst du mit dem Export von [Programm X] umgehen?" – die meisten Kanzleien beantworten das sofort.
Anbieter im Kurzcheck
| Anbieter | DATEV-Export | Kanzlei-Zugang |
|---|---|---|
| sevdesk | ✅ EXTF/CSV | ✅ kostenloser Berater-Account |
| Lexware Office | ✅ | ✅ (Kanzlei-Netzwerk) |
| Collmex | ✅ (Buchungsstapel) | – |
| Buchhaltungsbutler | ✅ | teilweise |
| DATEV Unternehmen online | – | ✅ (ist selbst Kanzleisystem) |
Feature-Details in den Anbieter-Detailseiten, Filter „DATEV-Export" direkt im Vergleich.
Der Export in der Praxis
- Zeitraum wählen: In der Regel monatsweise oder quartalsweise
- Kontenrahmen prüfen: SKR03 oder SKR04 – muss mit der Kanzlei übereinstimmen (üblich ist SKR03 bei Bestandsunternehmen, SKR04 bei Neugründungen, aber das ist Kanzlei-Konvention)
- Offene Posten separat exportieren (Debitoren/Kreditoren-Stapel)
- Belegbilder mitsenden (gleiche Belegnummern wie im Buchungsstapel!)
- Kurze Übergabemail an die Kanzlei mit Monatsbericht (Saldenliste) als Kontrollmöglichkeit
Typische Fehler
- Belegnummern passen nicht zwischen Buchungsstapel und Belegbildern → Kanzlei kann nicht zuordnen
- SKR-Wechsel mittendrin → Kanzlei muss ummappen, kostet Beratungszeit
- Nicht gebuchte Bankauszüge exportiert → Kanzlei bucht doppelt oder gar nicht
- USt-Kennzeichen fehlen bei manuell erfassten Belegen → Kanzlei muss nachfragen
Alternative: ganz ohne DATEV
Wenn Sie keine Kanzlei-Abhängigkeit wollen:
- Steuer-Software mit ELSTER: Accountable übermittelt USt-Voranmeldungen direkt; Einkommensteuer geht per Elster-Export
- DIY-Buchhaltung mit Programm-Einschluss: Collmex oder sevdesk, Kanzlei nur für den Jahresabschluss
- Beratung online: Klara (Schweiz/DE) oder lokale Kanzleien mit eigenem Cloud-Zugang
Fazit
Der DATEV-Export ist Standard und funktioniert heute gut – Voraussetzung: Sie halten Belegnummern, SKR-Konten und offene Posten sauber. Wenn Ihre Kanzlei den direkten Weg ins Cloud-Programm (Kanzlei-Zugang) anbietet, spart das am meisten Zeit. Vergleichen Sie im Anbieter-Vergleich nach dem Kriterium „DATEV-Export" oder starten Sie den Anbieter-Finder mit Fragebogen für Ihren konkreten Fall.
Stand: September 2026.
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